GHOST TRAIN

 

2. Teil

Während sich im Horror-Genre das Übernatürliche in Form von Materialisierungen von dämonischen Wesen erklärt, geschehen in Mystery-Geschichten unheimliche Dinge, für die keine Erklärung geliefert wird. Lenhart findet letzteres beängstigender als die Monster im Horror, die für ihn eher wie überdimensionierte Marionetten wirken. Monster können besiegt werden und sind wirklichkeitsfremd. Unerklärliches zu erleben, ist dagegen vorstellbar, aber so gut wie nicht beherrschbar, was seiner Meinung nach einen viel größeren Grusel erzeugt. In Lenharts Geschichten fühlt sich z. B. ein Protagonist von einem Turm verfolgt, der sein Schicksal beeinflusst. Personen, die von einem bestimmten Maler porträtiert werden, schlägt bald ihre Todesstunde. Immer wieder sind es geheimnisvolle Bilder, die scheinbar ein Eigenleben haben, Träume und zufällige Zusammenhänge von belanglosen Handlungen mit Katastrophen, die Themen von Lenharts Erzählungen abgeben. Das Unheimliche hat zuweilen auch eine surreale Erfahrungsebene.

 

 

 

Lenhart ist zwar als Sprachspieler, Satiriker und Allround-Talent bekannt, zeigt hier aber seine erzählerische Seite mit Kurzgeschichten, die den Einfluss von David Lynch und Franz Hohler zeigen.1999 wurde er Sieger des Hessischen Poetry Slams und betreibt seit einigen Jahren in Hanau Lesebühnen.

 

 

 

Es ist bereits der 2. Teil von Lenharts „Ghost Train“-Reihe. Bereits 2012 präsentierte er zusammen mit seiner Kollegin Leo Pinkerton die ersten Mystery-Stories im Brückenkopf. Inzwischen kamen viele neue Geschichten dazu. Insofern ist der neue „Ghost Train“ auch eine richtige Premiere. Gast ist wieder Lenharts Kollege und Bühnenpartner matì, der seine eigene Art merkwürdiger Geschichten präsentiert.

 

 

 

„Ghost Train“ ist eine literarische Performance, die man so schnell nicht vergessen wird, ein Abend, der keinen ohne Gänsehaut lässt und für Mystery-Fans eine sinnliche literarische Erfahrung verspricht. Und natürlich darf man zu dieser Lesung im halbverwesten kleinen Schwarzen kommen und schminke sich eher blass.

 

 

 

 

Die literarische Notfall-Apotheke

 

Die monatliche Lesereihe im Café Art in Hanau-Großauheim

 

 

 

Literarisch etwas wagen, immer Neues ausprobieren - das wollen Hans-Jürgen Lenhart & Jürgen Weiß mit ihrer monatlichen Reihe. Und sie laden sich dazu gerne Gäste ein. Die beiden haben in der ehemaligen Apotheke, die im Café noch immer zu erkennen ist, genügend Heilmittel gegen Langeweile und sonstige literarische Notfälle entdeckt. Wen der Mainstream plagt und das allzu Übliche juckt, dem kann hier geholfen werden. Allerdings steckt das Programm voller Risiken und eventueller Nebenwirkungen!

 

Jürgen Weiß, vor Ort bekannt durch viele Aktivitäten als Musiker, Autor und Kulturmacher, hat schon oft seine literarische Seite aufblitzen lassen. Seinem Jugendfreund Hans-Jürgen Lenhart steht er seit über zehn Jahren als Bühnenpartner in dessen Kleinkunstprogrammen tapfer zur Seite. Sein Spektrum reicht von witzigen, experimentellen Sprachspielen bis zu grotesken Satiren.

 

Immer mittwochs wird einmal pro Monat um 20 Uhr die Apotheke für literarische Notfälle geöffnet – bis auf eine Sommerpause von Mai bis August. Sie ist bei freiem Eintritt gut 90 Minuten geöffnet. Bei Wohlgefallen sind Spenden im herumgereichten Verbandskasten willkommen. Alle Kassen.

 

 Die nächsten Termine:

  • 17.10.2018 Ghost Train - Eine Mystery-Nacht mit Hans-Jürgen Lenhart, Artur Hartmann und Matì
  • 21.11.2018 Gast: Peter Becker (Dada)
  • 19.12.2018 Gast: Bernhard Bauser (Lyrik)

 

notfall-apotheke@online.de

 

www.Cafeart-hanau.de